Improvisation mit Saxophon, Elektronik und Umgebungsgeräuschen
Am Sonntag, 31.05.2026, erkundete Jakob Jentgens auf dem Saxophon improvisierend den Garten.

Videoskizze:
»Eigentlich ist schon alles da. Wenn ich in den Garten trete oder auf eine Straße, am Hauptbahnhof auf meinen Zug warte oder im Wald spaziere. Die Welt ist voll von Klängen und wenn ich sie so hören möchte, ist sie auch voll von Musik. In »Wie man in den Wald hinein ruft…« spiele ich zu und mit diesen Klängen auf dem Saxophon, wandere auf dem Grad von Zuhören und Eingreifen. Eine Soundinstallation greift dabei mein Spiel mit zeitlichem Versatz als Echo auf. Alles, was im Moment erklingt, ist damit auch eine Entscheidung für die Zukunft. »Wie man in den Wald hinein ruft…« ist eine Einladung, aktiv zu hören und eine spielerische Annäherung an die Verantwortung der Gegenwart für die Zukunft.« [Jakob Jentgens]

Jakob bewegte sich durch den Garten. Die Besucher der Performance folgten ihm, erkundeten ihrerseits die Wege. Schwebende Klänge, fragile Tonflächen, wie Lichtflecke unter bewegten Blättern. Der Musiker scheint weniger zu spielen als zu lauschen — auf das Rascheln der Pflanzen, das Summen von Insekten, das Knacken trockener Zweige unter seinen Schritten, das Singen der Vögel. Atemgeräusche mischen sich in den Klang, leise Überblasungen flirren wie Vogelschreie in der Ferne. Zwei Lautsprecher nehmen die Klänge auf, geben sie zeitversetzt wieder. Ein akustisches Nachbild der Improvisation. Töne tauchen erneut auf, wandern durch den Raum, überlagern sich mit dem gegenwärtigen Spiel und lösen die Wahrnehmung von einer eindeutigen Gegenwart. Der Garten beginnt zu antworten. Zwischen Sträuchern und Wegen entstehen Echoinseln aus vergangenen Sekunden. Ein flüchtiger Dialog zwischen Mensch, Instrument und Garten.


Die Veranstaltungsreihe gARTen wird freundlicherweise durch die GENO BANK ESSEN eG unterstützt.